heuwender-Archiv

heuwender #32: Sonntag, 14. Mai 2017, 14-17 Uhr

Swing-Tanztee

Der Frühling lag in der Luft, der Regen verzog sich punktgenau, und also machten wir die Strasse vor dem Ortsmuseum kurzerhand zum Tanzboden: Einen wunderbaren Nachmittag lang tanzte - so schien es - das ganze Dorf zu guter zeitloser Swing-Musik unter den Linden! Die DJs Rahel Lamprecht, Jürgen Kluge und Peter 'Bändli' Meier legten auf, und zusammen mit seiner Frau Susanne brachte Peter allen einen einfachen Charleston-Schritt bei. Der Rest war reinstes Vergnügen, bei Kaffee und Kuchen (von der Manufaktur Nadine), auf dem eigens ausgelegten Tanzboden von Ines Riesco. Ein Höhepunkt der heuwender-Geschichte!

Swing unter den Linden: Albisrieden hat getanzt!

heuwender #31: Sonntag, 19. März 2017, 11 Uhr

Susanne Dütsch und Edinson Nuez

Sie hat Blinde gelehrt, wie man ohne Augenlicht durchs Leben kommt, er lernt täglich, damit umzugehen: Susanne Dütsch hat 37 Jahre lang die Schule für Sehbehinderte in Altstetten geleitet. Edinson Nuez ist 22, blind und studiert Jazz-Klavier an der Zürcher Hochschule der Künste. Gleich neben dem Haus der alten Blindenbibliothek führten sie mit Claudia Westhues ein überaus interessantes Gespräch über das Sehen mit anderen Sinnen. Susanne Dütsch erzählte zudem von der Beharrlichkeit, die sie in den Anfängen der Schule brauchte, von fehlendem Rückhalt in den Behörden und von Wänden, die so dünn waren, dass ihr nichts übrigblieb, als mit ihren Schülern mitzusingen, wenn im anderen Raum gesungen wurde. Und Edinson Nuez beeindruckte das zahlreiche Publikum mit der coolen, humorvollen und positiven Haltung, mit der er durchs Leben geht. Und mit seinem bereits sehr eigenständigen und hochklassigen Klavierspiel, das für Gänsehaut auf dem Heuboden sorgte.

→ Infos zur Schule für Sehbehinderte Zürich-Altstetten

von links: Claudia Westhues, Edinson Nuez, Susanne Dütsch.

heuwender #30: Sonntag, 29. Januar 2017, 11 Uhr

Das Heft in der Hand: Nadine Bühlmann und Jon Bollmann

Sie hat in der dritten Generation die Bäckerei Baumann an der Altstetterstrasse als «Manufaktur» neu lanciert und produziert im Alleingang die feinsten Backwaren, er hat die Zeitschrift «Transhelvetica» über die Kunst des Reisens durch die Schweiz ins Leben gerufen: Nadine Bühlmann und Jon Bollmann haben beide das Heft in die Hand genommen, mit Wagemut und Herzblut. Im Gespräch mit Ralf Schlatter erzählten sie beim bereits 30. heuwender vor einmal mehr vollen Rängen von ihrer Arbeit, ihrer Leidenschaft, ihren Zweifeln, ihrem Mut. Man lernte: Ein perfekter Teig braucht nebst frischen und ausgewählten Zutaten vor allem eines: Liebe. Liebe und Neugier für die versteckten Perlen in der Schweiz sind auch die Zutaten für «Transhelvetica». Mit leuchtenden Augen erzählte Jon Bollmann vom Puschlav, wo er gerade herkam. Und als Nadine Bühlmann die Leckereien beschrieb, die sie allesamt für den heuwender-Apero gemacht hatte, da lief dem Publikum so richtig das Wasser im Mund zusammen. Entsprechend schnell war nachher alles weg, das Essbare und das Lesbare...

→ Infos zu Nadine Bühlmann

→ Infos zu Jon Bollmann

von links: Ralf Schlatter, Nadine Bühlmann und Jon Bollmann.

heuwender #29: Sonntag, 6. November 2016, 11 Uhr

Strohmann-Kauz: «Milchbüechlirächnig»

Die zwei alten Freunde Ruedi und Heinz sind umgezogen, von Daheim ins Heim. Griesgrämig der eine, ungebrochen lebensfroh der andere, rechnen sie nicht mehr mit viel, umso lustvoller rechnen sie ab: Im voll besetzten Ortsmuseum zeigten uns Strohmann-Kauz ein wunderbar aus dem letzten Lebensabschnitt gegriffenes Stück Theaterkabarett. Philosophisch, wortverspielt, tief berührend, hoch situationskomisch und wahrer, als vielen vielleicht lieb war. Das können nur Ruedi und Heinz: Aus dem Anziehen der Socken eine Paargymnastik machen, aus dem Tageshoroskop ein Abenteuer und aus dem Schreiben des letzten Willens ein unfreiwilliges literarisches Kabinettstück. Danke, Rhaban, Mättu und Michael!

→ Infos zu Strohmann-Kauz

Ruedi und Heinz in gemächlicher Aktion.

heuwender #28: Sonntag, 19. September 2016, 11 Uhr

Das liebe Geld: Christoph Pfluger und Lukas Hässig

Geld regiert die Welt. Vielleicht nicht mehr lange? Unter der Leitung von Urs Heinz Aerni diskutierten zwei Kenner der Materie: Christoph Pfluger ist Herausgeber des Magazins «Zeitpunkt» und Autor von «Das nächste Geld». Lukas Hässig ist erfahrener Wirtschaftsjournalist und schaut täglich mit der viel beachteten Webseite «Inside Paradeplatz» den Bankern auf die Finger. Höchst eloquent, witzig und geistreich öffneten die beiden dem Publikum die Augen für die komplexen Zusammenhänge im Geld- und Bankensystem. Dass Geld unseren Alltag prägt, aber kaum jemand sagen kann, was es wirklich ist. Dass Geld kein Wert ist, sondern ein Recht auf eine Gegenleistung. Dass die Banken aber mit ihrer virtuellen Geldvermehrung diese Gegenleistung je länger, je weniger garantieren können. Dass sie vielmehr und nachwievor auf Boni aus sind. Und dass die nationalen Notenbanken, die ja uns allen gehören, letztlich nur dazu da sind, die Geschäftsbanken zu erhalten. Das zahlreiche Publikum nahm die ebenso fundierten wie kritischen Gedanken gerne auf, und beim Apero wurden weitere angeregte Diskussionen um das liebe Geld geführt ...

→ Infos zu Christoph Pfluger

→ Infos zu Lukas Hässig

von links: Christoph Pfluger, Urs Heinz Aerni, Lukas Hässig.

heuwender SPEZIAL

Samstag, 23. Juli 2016, ab 20 Uhr (Filmstart ca. 21.45 Uhr)

Openair-Kino: «Der 42. Himmel»

(CH 1962, 35 mm, Regie: Kurt Früh)

heuwender zog es zum vierten Mal an die frische Sommerluft: Wir machten die Triemlistrasse vor dem Ortsmuseum wieder zum Openair-Kinosaal. Claudia und Manuel Lindt vom Wanderkino brachten Leinwand und Projektor, fädelten die Filmrolle ein, und los ging's mit dem Kino wie zu alten Zeiten. Und mit der herrlichen Schweizer Musikkomödie mit Walter Roderer, Margrit Rainer, Ruedi Walter ... Rund 220 Leute liessen sich diese Filmperle nicht entgehen und genossen den perfekten Sommerabend, die Buffet-Spezialitäten vom Weissen Rössli, die Sommerbowle und die prächtige Atmosphäre im alten Dorfkern, unter den Linden. Herzlichen Dank an alle Helferinnen und Helfer und ans wunderbare Wanderkino!

→ Infos zum Wanderkino

Manuel Lindt vom Wanderkino liess einmal mehr die Filmrolle rattern.

heuwender #27: Sonntag, 22. Mai 2016, 11 Uhr

Von heimischen Pflanzen, Vögeln und Wolken: Sarah Burg, Martin Schuck, Heini Wernli

Der heuwender spürte den Frühling und ging nach draussen! Am Tag der Biodiversität erkundeten wir mit der Botanikerin Sarah Burg, dem Ornithologen Martin Schuck und dem Klimaforscher Heini Wernli das Quartier. Rund 70 BesucherInnen folgten den dreien mit Freude und Neugier und erfuhren Interessantes in der gewohnten Umgebung: Was sinnvolle Gärten sind, wie der Zaunkönig singt, was der Unterschied ist zwischen Wetter und Klima... Mit Charme und Kompetenz führten die ExpertInnen ihre Gruppen, und beim Apero an der Frühlingssonne gab es regen Austausch zwischen den Wissensgebieten und Antworten auf die ungeklärten Fragen. Ein gelungenes heuwender-Experiment, das Lust macht auf mehr!

→ Infos zu Sarah Burg

→ Infos zu Martin Schuck

→ Infos zu Heini Wernli

Sarah Burg führte durch die Pflanzenwelt ... (Bild: Heinz Schluep)

      

... Martin Schuck durch die Vogelwelt ...

      

... und Heini Wernli erklärte Wetter und Wolken. (Bild: Heinz Schluep)

      

Der erste «outdoor-heuwender» ist gelungen. Herzlichen Dank!

heuwender #26: Sonntag, 20. März 2016, 11 Uhr

Von Heimat, Flucht und Fremdsein: Amina Abdulkadir und Martin Kunz

Warum haben so viele Menschen Angst vor dem Fremden? Was heisst überhaupt Heimat und Identität? Wer sind wir? Darüber sprachen vor einmal mehr vollem Haus die Autorin Amina Abdulkadir, die mit drei Jahren aus Somalia in die Schweiz kam, und der Philosoph Martin Kunz, der in Albisrieden das Atelier für Kunst und Philosophie betreibt. Im Gespräch mit Ralf Schlatter fanden sie kluge, differenzierte und deutliche Antworten, aus philosophischer Sicht und aus eigener Erfahrung. Wie hartnäckig sich gewisse Vorurteile halten. Wie wenig wir uns in die Gemütslage eines Flüchtlings versetzen können. Und dass die Angst vor dem Fremden nur überwinden kann, wer die Heimat in sich selber findet. Dazwischen trug Amina poetische, literarische, satirische Perlen vor und gab dem Publikum reichlich Stoff für angeregte Aperogespräche an der Frühlingssonne.

→ Infos zu Amina Abdulkadir

→ Infos zu Martin Kunz

Von links: Ralf Schlatter, Amina Abdulkadir und Martin Kunz.

heuwender #25: Sonntag, 17. Januar 2016, 11 Uhr

Radio und Fernsehen: Annina Salis und Pierre Nebel

Sie ist Moderatorin und Jazzredaktorin bei Schweizer Radio SRF 2 Kultur, er erklärt als Bundeshausredaktor dem Fernsehpublikum der französischen Schweiz die nationale Politik. Sie lebt in Albisrieden, er hat lange «im Kratz» gewohnt, gleich neben dem Ortsmuseum. Im sehr charmant geführten Gespräch mit Claudia Westhues gaben die zwei Medienprofis Annina Salis und Pierre Nebel vor vollen Rängen spannende, überraschende und erheiternde Einblicke in ihre Arbeitsfelder: Dass die Hierarchie in der Romandie ausgeprägter ist, was manche Bundesräte zu selbsternannten Königen werden lässt; dass man sich sehr genau überlegt, welche Musik zum Morgen passt und welche zum späteren Nachmittag; dass die Deutschschweizer, als die Tagesschau-Teams einmal den Röstigraben überschritten, besser nicht hätten versuchen sollen, so «lustig» wie die Welschen zu sein; dass Annina Salis nicht nur moderiert, sondern auch wunderbar singt, mit ihrer Band «Bellatrice». Und dass Jazz nicht tot ist, sondern - in Franz Zappas Worten - nur seltsam riecht. Was man vom heuwender-Apero selbstredend nicht sagen konnte ...

Von links: Pierre Nebel, Annina Salis, Claudia Westhues.

heuwender #24: Sonntag, 8. November 2015, 11 Uhr

Jens Nielsen: «Das Ganze aber kürzer»

«Das Ganze aber kürzer» lautet der lapidare Titel des Programms, mit dem uns der wunderbare Schauspieler und Autor Jens Nielsen beehrte. Und man hätte ihm am liebsten noch viel länger zugehört und zugeschaut. Er zeigte uns einen Querschnitt aus seinen Soloprogrammen: Hochpoetische, hochpräzise, skurrile und leise humorvolle Geschichten. Monologe verschrobener Figuren, die uns mitnahmen in ihre verqueren Welten, die wohl, ohne dass wir es merken, auch die unseren sind. Das Publikum hing an seinen Lippen, und an Drähten, die durch den ganzen Raum gespannt waren, hingen Requisiten, die er wie kleine Seilbahnen zu sich nach vorne fahren liess. Eine ebenso schlichte wie geniale Entsprechung zu seinen Sprachbildern. Und als sich am Ende der Kopfsalat langsam drehte, die Sanduhr rieselte und die alte Tangoplatte kratzend durch den Raum klimperte, machte sich eine schon fast besinnliche Stimmung breit. Theatrale Poesie in Vollendung. Vielen Dank, Jens Nielsen!

> Näheres zu Jens Nielsen

Kopfsalat, buchstäblich: Jens Nielsen.

heuwender #23: Sonntag, 27. September 2015, 11 Uhr

Willy Furter: Eine bewegte Lebensgeschichte

Diesen März hat Willy Furter die letzte Generalversammlung als Präsident des Quartiervereins Albisrieden geleitet, souverän und humorvoll wie immer. Doch wer glaubte, das sei sein einziges Präsidentenamt gewesen, der wurde eines Besseren belehrt: Wo auch immer sich Willy Furter engagierte, er landete am Ende in leitender Funktion. «Weil ich so schlecht nein sagen kann!» Seine Interessen waren schon seit jeher breit gestreut, die Mathematik machte dann das Rennen. Das Thema seiner Dissertation kann hier leider nicht erwähnt werden, es würde die halbe homepage füllen. Und der Computer, mit dem er die Aufgabe löste, füllte einen ganzen Raum aus, damals, im Turm der Universität Zürich. Ob in den zahlreichen Vereinen, als Mathe-Lehrer oder in der Bürgerrechtskommission: Immer hatte Willy Furter ein offenes Ohr und war nicht nur mit dem Kopf, sondern vor allem auch mit dem Herz bei der Sache. Zu Tränen gerührt erzählte er von ehemaligen Schülerinnen, die ihm heute noch Komplimente machen, oder vom Griechen, der beim Einbürgerungsgespräch zwar kaum etwas zur Staatskunde wusste, dafür von seinen Wanderungen her jedes Dorf im Bündnerland kannte. Von Herzen gern gab ihm Willy Furter den Schweizer Pass. Das waren nur einige der zahlreichen Geschichten, der er erlebt und im Gespräch mit Ralf Schlatter erzählt hat. Ein reichhaltiges Leben und viel Gesprächsstoff für den anschliessenden, ebenso reichhaltigen Apero.

Willy Furter im Element, im Gespräch mit Ralf Schlatter.

heuwender SPEZIAL: Openair-Kino

Samstag, 18. Juli 2015

«Schneewittchen und die sieben Gaukler»

(CH/D 1962, 35 mm, Regie: Kurt Hoffmann)

heuwender zog es schon zum dritten Mal an die frische Sommerluft: Claudia und Manuel Lindt vom Wanderkino machten die Triemlistrasse vor dem Ortsmuseum wieder zum Openair-Kinosaal. Zusammen mit zahlreichen HelferInnen aus der Nachbarschaft und dem traumhaften Wetter erlebten wir einen einmaligen Abend: Ein filmreifes Apero-Buffet, eine zauberhafte Früchte-Bowle, eine angeregte Stimmung - und über 220 Menschen! Der Film: Ein grandioses Vergnügen, voller Slapstick, Gesang und abenteuerlichen Wendungen. Eine solche baute Petrus kurz vor Filmende in Form eines Wolkenbruchs ein. Natürlich nur, damit man sich auf dem Nachhauseweg das eigene Happy-End ausdenken konnte. Herzlichen Dank allen Mitwirkenden! Wir freuen uns schon auf den nächsten Sommer!

→ Infos zum Wanderkino

Der Openair-Kinosaal unter den Linden.

     

Caterina Valente zu Besuch in Albisrieden!

heuwender #22: Sonntag, 10. Mai 2015, 11 Uhr

«Du fragsch mi» - eine gesungene Liebesgeschichte mit Akin und Andreas Schertenleib

Die Menschen heiraten und trennen sich, für einen ewigen Bund gibt es keine Garantie. Auch die zwei auf der Bühne im Ortsmuseum garantierten gar nichts. Aber sie sangen prächtig! Sie spielten ein Paar, das sich beim Singen von Schweizer Liedern kennenlernt. Nach gut zwanzig Jahren sind sie immer noch zusammen. Mit zwei samtweichen Stimmen, einer Bratsche, viel Poesie, wunderbarem Humor und leiser Selbstironie schauten Akin und Andreas Schertenleib zurück auf eine bewegte Liebesgeschichte. Und sangen dazu wundervolle alte, neue und kaum bekannte Volks- und Liebeslieder. Die 120 ZuhörerInnen auf dem einmal mehr vollen Heuboden lauschten andächtig, lachten viel und verdrückten die eine oder andere Träne der Rührung... Der Apero an der warmen Frühlingssonne machte den Mai-Sonntag perfekt.

→ Link zum Programm

Die Ehe als Geschichte zwischen Schwingern und Joch? Akin und Andreas Schertenleib im Ortsmuseum.

heuwender #21: Sonntag, 8. März 2015, 11 Uhr

Bauen & Bewahren: Jean-Claude Maissen und Urs Räbsamen

Jean-Claude Maissen leitet als CEO der Zürcher Freilager AG eines der grössten Bauvorhaben in der Geschichte Albisriedens, Urs Räbsamen rettet mit viel Sorgfalt alte Häuser im Quartier vor dem Zerfall. Im höchst spannenden und aufschlussreichen Gespräch mit Urs Heinz Aerni erfuhren die rund 130 BesucherInnen Näheres über die Bauprojekte: Wie Jean-Claude Maissen selber staunt über das Ballett mit 16 Baukränen, wie das Freilager mit Abwärme eines Nachbargebäudes über ein Erdsondenfeld beheizt wird, wie die riesigen alten Lagerhallen entkernt, unterkellert und aufgestockt werden. Und wie sich Urs Räbsamen mit der Denkmalpflege herumschlägt, wie er ihr hin und wieder ein Schnippchen schlägt und wie er aus der alten Bausubstanz das beste für die MieterInnen herausholt. So verschieden ihre Arbeitsfelder sind: Beide sind sie überzeugt, dass es Alt und Neu braucht in einer Stadt, für verdichtetes Wohnen einerseits, für die Verwurzelung in der Geschichte eines Ortes andrerseits.

→ Link zum Freilager Zürich

→ Portrait von Urs Räbsamen

Die drei Protagonisten im vollen Ortsmuseum ... (Bild: Heinz Schluep)

     

... und davor, von links: Urs Heinz Aerni, Urs Räbsamen, Jean-Claude Maissen.

heuwender #20: Sonntag, 11. Januar 2015, 11 Uhr

Gemüt & Gesetz: Jeannette Fischer und Esther Stoop

Was die über hundert ZuhörerInnen am bereits 20. heuwender von der Psychoanalytikerin Jeannette Fischer und der Jugendanwältin Esther Stoop erfuhren, war hoch interessant, spannend und stimmte oft nachdenklich: Dass ehemalige Verdingkinder, für die sich Jeannette Fischer einsetzt, nichts dringender brauchen als Wertschätzung und Anerkennung ihres tragischen Schicksals. Dass Angst, worüber sie gerade ein Buch schreibt, ein perfides Mittel ist, andere zu beherrschen und in eine Ohnmacht zu treiben. Dass sensationsgierige Medien die Arbeit von Esther Stoop bisweilen erheblich behindern. Dass junge Frauen harmlosere Delikte begehen, aber letzlich genau gleich in Not sind wie die Jungs, die andere blutig schlagen, und dass die Gerichtskosten so bemessen sind, dass sie sie selber abstottern können. Und schliesslich lernte man im Gespräch - von Claudia Westhues kompetent und gekonnt geleitet - zwei Frauen kennen, die ihren Beruf mit sehr viel Sorgfalt, Umsicht und Menschenliebe ausüben. Ein wunderbarer Start ins vierte heuwender-Jahr!

→ Interview mit Jeannette Fischer zum Thema Verdingkinder

→ Link zur Jugendanwaltschaft Limmattal / Albis

Von links: Jeannette Fischer, Claudia Westhues, Esther Stoop

heuwender #19: Sonntag, 9. November 2014, 11 Uhr

Seelenreiche Volksmusik: Noldi Alder

Man hätte ihm noch stundenlang zuhören können: Noldi Alder beehrte den «heuwender» mit einem seiner raren Auftritte dieses Jahr und er beglückte die Rekordkulisse von rund 150 ZuschauerInnen mit seinen Worten, Tönen und Klängen. Von Ruth Grünenfelder charmant befragt, zeigte er sich auch im Gespräch als Freigeist: Seine Musik brauche nicht allen zu gefallen, sagte er, aber sie müsse ihn spielerisch auf eine Reise mitnehmen, und am meisten interessiere ihn, welche Wege es sonst noch gebe, abseits der bekannten. Und Musik habe schon immer von Menschen gelebt, die solch neue Wege gehen. Den Worten liess er Töne folgen, «Versuche», wie er seine Improvisationen nennt, mit Geige, Hackbrett, Gesang: Auf zarte Art und Weise spektakulär, hochvirtuos und poetisch, mit kindlicher Freude, voller Schalk und urtümlicher Kraft. So brachte er unsere Seelen zum Schweben und am Ende den ganzen Saal zum Mitsingen. Danke, Noldi!

→ Beitrag über Noldi Alder

«Klangwender» Noldi Alder und «heuwenderin» Ruth Grünenfelder.

heuwender #18: Sonntag, 7. September 2014, 11 Uhr

Geistreiches Liedgut: Uta Köbernick

Sie ist in Berlin geboren und in Zürich-Wiedikon zuhause. Sie hat Schauspiel studiert und spielt Geige und Gitarre. Und sie hat eine wunderbare Stimme. «auch nicht schlimmer: Uta Köbernick singt Rabenlieder» heisst ihr neustes Programm. Und seit dem ornithologischen heuwender wissen wir: Raben sind sehr gescheite Vögel. Das sind auch Uta Köbernicks Lieder: Mit spielerischer Leichtigkeit, musikalischer Raffinesse und umwerfendem Charme jubelte sie dem Publikum erschreckende Wahrheiten, scharfsinnige Gedanken und wundersam poetische Gemälde unter. Und es war eine helle Freude, ihr dabei zuzusehen. Lächelnd führte sie uns in die dunklen Abgründe der Seele und der Weltpolitik und mit traumwandlerischer Sicherheit wieder ans Licht dieses wunderschönen Altweibersommertages. Danke, Uta!

→ Infos zu Uta Köbernick

Uta Köbernick in Aktion ... (Bild: Heinz Schluep)

      

... und umringt vom heuwender-Team.

heuwender SPEZIAL, Samstag, 19. Juli 2014

Openair-Kino: «Der Sandmann» (CH 2011, Regie: Peter Luisi)

Wie vor einem Jahr schon zog es den heuwender an die frische Sommerluft: Wir machten die Triemlistrasse vor dem Ortsmuseum zum Openair-Kinosaal. Und es war der perfekte Hochsommerabend. Manuel Lindt vom Wanderkino stellte die Leinwand und einen alten Filmprojektor auf, und los ging's mit dem Kino wie zu alten Zeiten. Ein Publikumsrekord von gegen 230 Leuten schaute sich die Schweizer Komödie «Der Sandmann» an, über die Liebe einer erfolglosen Sängerin zu einem Philatelisten, der plötzlich merkt, dass er Sand verliert... Und das Highlight: Hauptdarsteller Fabian Krüger war da, zeigte sich entspannt dem Publikum und schwärmte im Gespräch mit Ruth Grünenfelder von der einmaligen Atmosphäre unter den Linden - ein Hauch von Piazza Grande wehte durch den alten Dorfkern. Ein weiterer Höhepunkt: das filmreife Buffet, von zahlreichen HelferInnen wundervoll angerichtet, samt sommerfrischer Bowle. Kurzum: Ein einmaliger Abend!

→ Infos zum Wanderkino

→ Infos und Trailer zum Film «Der Sandmann»

Eine magische Filmnacht unter den Linden. (Bild: Heinz Schluep)

      

Der Hauptdarsteller Fabian Krüger im Gespräch mit Ruth Grünenfelder ... (Bild: Heinz Schluep)

     

... und gleich darauf auf der Leinwand.

Wir danken dem Sozialdepartement der Stadt Zürich herzlich für die Unterstützung! 

heuwender #17, Sonntag, 29. Juni 2014, 11 Uhr

Wolle & Zaubernuss: Die «Stocker Sisters»

Sie sind nicht nur familiär verstrickt: Dora, Elisabeth und Beatrice Stocker, genannt «Stocker Sisters», haben aus dem Stricken und der Handarbeit ein Geschäft und ihren Lebensmittelpunkt gemacht. Und die drei fröhlichen Schwestern brachten jede Menge Farbe in den regnerischen Sonntagmorgen. Im von Ruth Grünenfelder einfühlsam und leichthändig geführten Gespräch erzählten die drei, wie sie sich am Morgen per SMS über die Kleider-Farbkombinationen absprechen, dass Beatrice schneller strickt und Dora dichter, wie sie vor 5 Jahren zu ihrem Zaubernuss-Laden an der Augustinergasse kamen, wie im Verzasca-Tal die Wolle für ihre Produkte von Hand gefärbt wird und dass Stricken viel mit Meditation und Entschleunigung zu tun hat. Und wie sich die Zwillinge Beatrice und Elisabeth allmorgendlich zum «Lisme» treffen. Und warum Yack, der Foxterrier, jedesmal bellt, wenn jemand schwarz angezogen den Laden betritt. Das Publikum unterhielt sich bestens und stillte nachher zwischen Zaubernuss- und Aperotisch den Farben- und den übrigen Durst.

→ Infos zu den «Stocker Sisters» und ihrem Zaubernuss-Laden

Von links nach rechts, von pink zu rosa: Dora, Beatrice und Elisabeth Stocker, hinten Ruth Grünenfelder.

heuwender #16, Sonntag, 4. Mai 2014, 11 Uhr

Reden & Reinigen: Röbi Koller und Giorgio Russo

Der eine ist ein Urgestein in der Schweizer Medienlandschaft, der andere in der Albisrieder Dorfgemeinschaft: Vor vollem heuwender-Saal hatten Röbi Koller und Giorgio Russo Interessantes zu erzählen. Woran man merkt, dass man für eine Überraschung bei «Happy Day» vorgesehen ist, wie genau eine Kleider-Trockenreinigung funktioniert, wie der kleine Giorgio für seine Familie das Zugabteil nach Kalabrien reservieren musste, was das Internet mit der Medienlandschaft anstellt, wie man mit persönlichen Krisen umgeht - und was das Geheimnis des perfekten Pizza-Teiges ist. Das lebendige, unterhaltsame und auch ernsthafte Gespräch - geführt von Ralf Schlatter - brachte dem Publikum einen Einblick in das Leben zweier spannender, engagierter und lebenskluger Persönlichkeiten.

Von links: Röbi Koller, Giorgio Russo, Ralf Schlatter.

heuwender #15, Sonntag, 2. März 2014, 11 Uhr

D Vögel vo Züri: Wildhüter This Schenkel

Er ist zuständig für alles, was über Zürich fliegt und kein Flugzeug ist: Als Wildhüter bei Grün Stadt Zürich schaut This Schenkel zu den Vögeln in der Stadt und ihrem Lebensraum. Und als hätten es sämtliche Frühlingsvögel den AlbisriederInnen von den Dächern gepfiffen: Sie strömten ins Ortsmuseum. Gegen 140 BesucherInnen lauschten den Ausführungen des obersten städtischen Ornithologen. Charmant und kompetent befragt von Ruth Grünenfelder und illustriert mit ausgestopften Vögeln und deren eingespielten Stimmen, gab er Spannendes preis: Warum man Vögel nicht durch den Winter füttern, dafür aber die Pflanzen im Garten stehen lassen sollte, warum das Sommergoldhähnchen im Winter wegfliegen muss, wie die Raben ins Wappen von Einsiedeln kamen und was der Wildhüter genau macht, wenn er Rehblutspuren in den Wald setzt - reich an Wissen ging man hinaus und hörte auf einmal das Gezwitscher aus den Bäumen mit ganz neuen Ohren.

→ Infos zu den Wildhütern von Grün Stadt Zürich

Von links nach rechts: This Schenkel, Jagdhund Dyra, Ruth Grünenfelder, Waldkauz.

heuwender #14, Sonntag, 12. Januar 2014, 11 Uhr

Dr Hund vu Üri: Sagen aus dem Urnerland

Was für ein im wahrsten Sinn sagenhafter Auftakt ins heuwender-Jahr 2014: Im mit rund 120 BesucherInnen platschvollen Ortsmuseum erzählte der Urner Schauspieler Walter Sigi Arnold Sagen und Legenden aus seiner Heimat. Auf packende Weise, im urtümlichen Dialekt. Und «dr Tyyfel», «ds Sännätunschäli» und «dr Hund vu Üri» schienen leibhaftig durchs alte Gebälk zu geistern. Erst recht, als der Perkussionist Beat Föllmi loslegte, auf seinen kunstvoll aufeinander getürmten, afrikanisch geprägten Rhythmusinstrumenten. Die archaische Kraft der Geschichten übersetzte er kongenial in seine Trommel- und Klangsprache. Das Publikum war - im wahrsten Sinn - begeistert.

→ Infos zum Programm der Urner Sagen

Beat Föllmi lässt die Geister auferstehen, von denen Sigi Arnold erzählt hat.

heuwender #13, Sonntag, 3. November 2013, 11 Uhr

Rössli & Knigge: Betty Sattler und Christoph Stokar

Sie weiss, wie man ein gutes Speiserestaurant führt, er weiss, wie man dort die Gabel zum Mund führt: Betty Sattler, die charmante Wirtin vom Gasthof «Zum weissen Rössli» in Albisrieden, und Christoph Stokar, der smarte Autor eines modernen Schweizer Knigge, ergänzten sich perfekt. Im äusserst angeregten und humorvollen Gespräch mit Claudia Westhues ging es um gelebte Galanterie, um richtig positionierte Gläser, um Facebook am Restauranttisch und warum - wenn es nach den Gästen geht - Gräten in Fischen nichts mehr zu suchen haben. Einzig beim Besteck waren sich die beiden uneinig: Christoph Stokars Erklärung, warum man auch mal das Messer in die Gabel legen könnte, erntete einen bösen Blick der Wirtin - zur grossen Erheiterung der rund 100 ZuhörerInnen. Nachher wartete ein Knigge-gerecht perfekt angerichteter Apéro ...

→ Infos zum «Rössli» Albisrieden

→ Auftritt von Christoph Stokar bei «Aeschbacher»

Christoph Stokar, Betty Sattler und Claudia Westhues diskutieren über die Position des Rotweinglases.

      

Das Knigge-gerecht perfekte heuwender-Apéro-Buffet.

heuwender #12, Sonntag, 1. September 2013, 11 Uhr

Wie sieht ein glücklicher Lebensabend aus?

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Alterswohnen in Albisrieden (SAWIA) suchten wir nach Gedanken, Fragen und Antworten zum letzten Lebensabschnitt. Wie sieht er denn aus, der «glückliche Lebensabend»? SAWIA-Geschäftsführerin Regine Strittmatter, Autorin und Gerontologin Dagmar Schifferli und Christian Hess, ehemaliger Chefarzt des Spitals Affoltern am Albis, hatten im Gespräch mit Ralf Schlatter höchst Wertvolles zu sagen. Über die Unantastbarkeit der Menschenwürde, über das Recht, müde zu sein am Lebensabend, über alte Menschen, die zu Patienten gemacht werden, über den Sinn und Unsinn von Gedächtnistraining, wie wichtig die Architektur eines Altersheimes sein kann und über die fatalen Folgen der Ökonomisierung des Gesundheitswesens. Danke für diesen gehaltvollen Morgen!

→ Infos zur Stiftung «SAWIA»

Sie sprachen am Morgen vom Abend. Von links: Dagmar Schifferli, Ralf Schlatter, Regine Strittmatter, Christian Hess.

heuwender SPEZIAL: Freitag, 19. Juli 2013

Openair-Kino vor dem Ortsmuseum: «Bäckerei Zürrer»

heuwender zog es an die frische Sommerluft: Wir machten die Triemlistrasse vor dem Ortsmuseum zum Openair-Kinosaal. Was als Idee der Heuwenderin Ruth Grünenfelder begann, wurde zu einem magischen Abend: Claudia und Manuel Lindt vom Wanderkino fuhren vor, stellten die Leinwand und einen alten Filmprojektor auf, fädelten die Filmrolle ein und los ging's mit dem Kino wie zu alten Zeiten. Geschätzte 200 ZuschauerInnen kamen, genossen den wunderbaren Apero der Bäckerei St. Jakob und den herrlichen Film über die Bäckerfamilie Zürrer. Ein Hauch Piazza Grande auf der von Lichtgirlanden beleuchteten Triemlistrasse, im alten Albisrieder Dorfkern. Ein weiterer Höhepunkt in der heuwender-Geschichte.

→ Infos zum Wanderkino

Ein Hauch von Piazza Grande auf der Triemlistrasse.

     

Claudia und Manuel Lindt und ihr Wanderkino-Bus namens Herr Benz.

heuwender #11, Sonntag, 30. Juni 2013, 11 Uhr

«Gustavs Schwestern» spielen «Wilhelm Kasperli Tell»

Kasperli will keine harmlosen Geschichten mehr spielen. Ein echtes Schweizer Helden-Abenteuer muss her! Bevor die zwei Puppenspielerinnen von «Gustavs Schwestern» eingreifen konnten, hatte er sich die Rolle von Tells Sohn Walter geschnappt. Zum grossen Vergnügen des zahlreichen jungen und alten Publikums. Was folgte, war eine rasante, hoch amüsante und politisch gewürzte Vorstellung. Zur Geschichte nur so viel: Statt eines Apfels wurde ein Cervelat vom Pfeil getroffen und am Ende rettet nicht Tell die Eidgenossenschaft, sondern Kasperlis Gretel, bzw. ihr Krokodil... «Gustavs Schwestern» boten Theater vom Feinsten, mit raffinierten Requisiten, einzigartigen Puppen, träfem Sprachwitz, schauspielerischem Talent und schöner Selbstironie.

→ Infos zum Theater «Gustavs Schwestern»

v.l.n.r.: Jacqueline Surer, Sibylle Grüter, Tell, Kasperli.

heuwender #10, Sonntag, 26. Mai 2013, 11 Uhr

Geschichten & Töne: Gerhard Meister und Anna Trauffer

Es fing, passend zur Tram-Ausstellung, mit der Geschichte eines Mannes an, der jahrzehntelang im Tram sitzenbleibt, bis das Tram rund um ihn herum vollkommen zerfallen ist. Und genauso abstrus, poetisch und grotesk ging es weiter, in Gerhard Meisters berndeutschen Geschichten. Begleitet, ergänzt und inhaltlich gebrochen von Anna Trauffers märchenhaften Liedern und Klängen und ihrer glasklaren, fragilen Stimme: Zusammen zauberten die beiden ein Universum von Bildern, Figuren und Stimmungen ins Ortsmuseum, das lange haften bleiben wird. Der zehnte heuwender: Ein literarisch-musikalisches Gesamtkunstwerk, aufmerksam belauscht von rund hundert BesucherInnen. 

→ Infos zu Gerhard Meister

→ Infos zu Anna Trauffer

Gerhard Meister und Anna Trauffer.

heuwender #9, Sonntag, 24. März 2013, 11 Uhr

Bäuerin & Drogist: Anita Dubs und Stephan Savoy

Sie führt einen Bauernhof in Birmensdorf, er führt eine Drogerie in Albisrieden. Im äusserst charmanten und unterhaltsamen Gespräch mit Ruth Grünenfelder erzählte die Bäuerin Anita Dubs von rätselhaften Milchpreisen, ihrer Siegerkuh namens «Kurtli» und wie sie mittels Pendeln, Schüssler-Salz und Globuli ihre Tiere behandelt. Drogist Stephan Savoy erzählte vom Wandel der Drogerien vom Allerweltsladen von früher bis zur Spezialisierung auf Schönheits- und Naturheilprodukte heute, von der Faszination der Pflanzen und vom Gespür für die Kunden. Worin sich alle drei einig waren: Die Natur besteht aus Schwingungen, und man spürt, wenn sie stimmen. An diesem Morgen haben sie gestimmt. Darin waren sich auch die über hundert BesucherInnen einig, spätestens beim Apero, mit Produkten frisch vom Bauernhof...

→ Infos zu Stephan Savoy

Anita Dubs, Gastgeberin Ruth Grünenfelder und Stephan Savoy.

heuwender #8, Sonntag, 27. Januar 2013, 11 Uhr

Polizist & Schauspieler: Sepp Oswald und Hanspeter Müller-Drossaart

Was für ein Start ins neue heuwender-Jahr! Rund 120 Menschen füllten das Ortsmuseum bis auf den letzten Platz und erlebten eine höchst unterhaltsame und anekdotenreiche Stunde mit dem Polizisten Sepp Oswald und dem Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart. Urs Heinz Aerni entlockte ihnen Interessantes: Dass der Polizist nie Krimis schaut, der Schauspieler sie aber sehr gerne liest und ebenso gern Kommissare spielt. Und während der Polizist beteuerte, er würde sofort wieder bei der Stadtpolizei beginnen, erzählte der Schauspieler von seiner Sehnsucht, ganz unerkannt eine Rolle zu erhalten und seine Kunst quasi 'jungfräulich' zu zeigen. Mit seiner kabarettistischen Kunst begeisterte er dann das Publikum. Es belohnte die zwei wunderbaren Gäste mit langem Applaus.

→ Interview mit Sepp Oswald im «Zürich West»
→ Infos zum Kabarett-Programm von Hanspeter Müller-Drossaart 

Von links: Sepp Oswald, Hanspeter Müller-Drossaart und Urs Heinz Aerni.

heuwender #7, Sonntag, 4. November 2012, 11 Uhr

Madeleine Herren-Oesch und Kathrin Gurtner

Madeleine Herren-Oesch, Professorin für Neuere Geschichte an der Universität Heidelberg, und Kathrin Gurtner, freischaffende Hebamme, erzählten im Gespräch mit Claudia Westhues und Ralf Schlatter vor rund 80 interessierten ZuhörerInnen von ihrer Arbeit und aus ihrem Leben. Madeleine Herren-Oesch betreut ein grosses Forschungsprojekt zum Thema Europa-Asien und plädierte für ein neues, nicht euro-zentriertes Kulturverständnis. Und sie stellte ihr spannendes Buch vor über den Hochstapler Leander Tomarkin. Kathrin Gurtner stand ein für die Überlieferung des breiten Hebammen-Wissens und die Anerkennung dieses oft unterschätzten Berufes. Eine höchst interessante Stunde mit zwei höchst interessanten Frauen aus Albisrieden.

→ Infos zu Madeleine Herren-Oesch
→ Infos zu Kathrin Gurtner 

Von links: Claudia Westhues, Kathrin Gurtner, Madeleine Herren, Ralf Schlatter. Foto: Heinz Schluep.

heuwender #6, Sonntag, 2. September 2012, 11 Uhr

Martin von Aesch: «Hallo, Frau Müller!»

Er hat zahlreiche Lieder für «d Schlieremer Chind» geschrieben und jahrelang den legendären Kinderchor geleitet. Und ein dreissigstimmiger Kinderchor begleitete ihn im Ortsmuseum, als er der Lehrerin Frau Müller die unglaublichste Ausrede der Welt auftischte. «Hallo, Frau Müller!» war aber nur eines von vielen wunderbaren Kinderliedern, die auch den grossen heuwender-Gästen ein Leuchten ins Gesicht zauberten. Von Gitarrist Dani Solimine virtuos begleitet, unterhielt Martin von Aesch alle prächtig. Der erste 'Familien-heuwender' ruft nach Fortsetzungen! 

→ Website Martin von Aesch

«Hallo, Frau Müller!» Dani Solimine (li) und Martin von Aesch.
Künstler vorne, Team in der Mitte, Ortsmuseum hinten.

heuwender #5, Sonntag, 1. Juli 2012, 11 Uhr

Satire & Gesang: Knuth und Tucek

Ihre Stimmen waren umwerfend, ihre Satire traf das Ortsmuseum so zielgenau wie das Hagelgewitter am Morgen: Nicole Knuth und Olga Tucek rockten den bis auf den letzten Platz gefüllten Saal mit Liedern voller Wahrheit und finsterem Humor. Geistreich, musikalisch hochstehend und sprachlich geschliffen bis ins letzte Wort. Mit ihrem Liederprogramm «Hurra!» sorgten die beiden für eine weitere Sternstunde in der heuwender-Geschichte. Danke!

→ Website «Knuth und Tucek»

«Hurra!» Nicole Knuth und Olga Tucek rockten das Ortsmuseum.

heuwender #4, Sonntag, 20. Mai 2012, 11 Uhr

Dinah Hinz und Geri Dillier

Dinah Hinz, eine Grande Dame der Schauspielkunst, seit über 60 Jahren auf der Bühne, und Geri Dillier, langjähriger Hörspiel-Regisseur bei Radio DRS, zeigten im Gespräch mit Ralf Schlatter, wie Kino im Kopf entsteht, wie Geräusche gejagt werden, vom Waldboden bis in den Operationssaal, wie Geri Dillier die deutsche Synchronstimme von Bruce Willis gewann und wie Dinah Hinz dank einem Coupe Dänemark zur Schauspielerin wurde. Und beim Anhören der Ausschnitte aus den Werken der beiden waren sich die rund 80 Paar gespitzten Ohren einig: Hörspiele in Gesellschaft hören macht Freude!

→ Website Dinah Hinz
→ Website Hörspiel, DRS1

Ruth Grünenfelder, Dinah Hinz und Geri Dillier (vorne); Hörspiel-Musiker Michael Wernli und Ralf Schlatter (hinten).

heuwender #3, Sonntag, 25. März 2012, 11 Uhr

Nicole Johänntgen und Roland Eberle

Wieder waren zwei äusserst spannende Persönlichkeiten zu Gast im Ortsmuseum: Die Saxophonistin Nicole Johänntgen aus Deutschland, seit einigen Jahren in Zürich zuhause, und der Designer Roland Eberle, der sein Atelier re.FORM gleich bei der Tramschlaufe in Albisrieden hat. Urs Heinz Aerni entlockte den beiden überraschende Gemeinsamkeiten: Sowohl beim musikalischen Improvisieren wie auch bei der Suche nach der perfekten Form kann man, wenn es gut geht, in einen 'Flow' geraten. In den Worten der Musikerin: Wenn man loslassen kann, dann hat man das Publikum in der Tasche. Die rund 80 ZuhörerInnen lauschten denn auch gebannt dem Sax-Solo, staunten ob des filigranen Holzdesigns und waren begeistert vom Duett der beiden: Er an der Tuba, sie am Sax stimmten sie 'Bella Ciao' an, ein altes italienisches Partisanenlied, und geleiteten so die Gäste hinaus zum Apero an der Frühlingssonne.

→ Website Nicole Johänntgen
→ Website Roland Eberle

Roland Eberle, Nicole Johänntgen und Urs Heinz Aerni.

heuwender #2, Sonntag, 22. Januar 2012, 11 Uhr

Christine Baechi und Marco Todisco

Auch heuwender #2 war ein Grosserfolg! Wieder kamen weit über 100 Leute ins Ortsmuseum und hörten der Klarinettistin Christine Baechi und dem Cantautore Marco Todisco zu. Im Gespräch mit Ruth Grünenfelder und Claudia Westhues gaben sie Einblicke in ihre künstlerische Entwicklung, erzählten von strengen Klavierlehrerinnen, der Lust am Unterricht mit Kindern und von der astralen Kraft der Musik. Diese Kraft durchdrang den Raum und das Publikum mit meditativen Klängen aus der Bassklarinette, mit ungemein berührenden Canzoni und als Höhepunkt mit zwei Duettstücken der beiden begnadeten Musiker. Grazie mille!

→ Website Marco Todisco

Marco Todisco und Christine Baechi, umrahmt von den «heuwenderinnen» Claudia Westhues (li) und Ruth Grünenfelder.

heuwender #1, Sonntag, 18. Dezember 2011, 11 Uhr

Elisabeth Schnell und Bänz Friedli

Was für ein fulminanter Auftakt zur heuwender-Reihe! Geschätzte 130 Menschen fanden den Weg ins Ortsmuseum und unterhielten sich prächtig beim Gespräch von Urs Heinz Aerni mit Elisabeth Schnell und Bänz Friedli. Das Radiourgestein und der «Hausmann der Nation» erzählten in äusserst charmanter und geistreicher Manier von wohnuntauglichen Häusern, einsilbigen Sportlern, mehrdeutigen Politikerinnen, wasserlassenden Hunden, Liegendschützen, die doch besser knien sollten und vom Alter, das zu wenig geehrt wird. Das ganze Dorf war da, so schien es, lauschte andächtig, lachte lauthals und traf sich nachher beim Apero zu einem Schwatz. Der heuwender ist lanciert!

→ Website Elisabeth Schnell
→ Website Bänz Friedli

Bänz Friedli und Elisabeth Schnell, dahinter die vier heuwender und Hans Amstad vom Ortsmuseum (rechts).